So könnte der Klimaboulevard aussehen. Bild: MUST Städtebau GmbH

Zu einer lebenswerten zukunftsfähigen Stadt gehören lebendige und attraktive Straßen und Plätze – und ausreichend Grün. In Zeiten des Klimawandels müssen diese künftig besonders dazu beitragen, unser Stadtklima zu verbessern.

Gerade dicht bebaute Quartiere wie Findorff sind anfällig für die Folgen des Klimawandels. Die starke Versiegelung fördert das Auftreten von Überflutungen in Folge von Starkregen wie von Hitzestaus und Trockenheit im Sommer. Mit der Sanierung der Münchener Straße wurden im Jahr 2015 erste Maßnahmen zur Klimaanpassung umgesetzt, wie versickerungsfähiges Pflaster in den Parkbuchten, eine oberflächliche Zuleitung von Regenwasser zu den Baumscheiben und das Pflanzen von Bäumen.

Doch für ein echtes Klima-Modellprojekt fehlt es an Grün und Aufenthaltsqualität: Der Straßenraum und der Fußweg sind weitgehend versiegelt, große Pflasterflächen sind alles andere als „klimagerecht“. Die Baumscheiben und Wurzelräume sind zu klein für große Bäume. Die „Freiraumqualität“ lässt erheblich zu wünschen übrig. 

Wir setzen uns deshalb für eine klimarechte und attraktive Gestaltung der Münchener Straße ein – mit weiteren Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Wir wollen konkrete Gestaltungsvorschläge für eine grüne Münchener Straße erarbeiten und damit Weiterentwicklungspotentiale des „Klimaboulevard Münchener Straße“ aufzeigen, die insgesamt zu einer Steigerung der Lebensqualität beitragen. Im Rahmen eines Gestaltungskonzepts werden geeignete Maßnahmen entwickelt – wie z. B. (Teil-)Entsiegelungen, oberflächliche Versickerung, Wasserrückhaltung, Dach- und Fassadenbegrünung, Regenwassernutzung und Begrünungsmaßnahmen. Konkrete steckbriefartige Bausteine sollen als Grundlage für eine wassersensible Gestaltung der Münchener Straße und für einen echten modellhaften „Klimaboulevard 2.0“ dienen.