Wie wir Gärten fit für heiße Sommer machen
Wie können Gärten in der Stadt mit Hitze, Trockenheit und veränderten Wetterbedingungen umgehen? In unserem Projekt „Cool bleiben im Klimagarten“ erforschen wir gemeinsam mit Kindern, Jugendlichen und Familien in Findorff was Pflanzen brauchen, wie Gärten Wasser besser speichern können und welche coolen Ideen helfen können, damit grüne Orte auch in Zukunft lebendig bleiben.
Mit der Trockenheit zurechtkommen
Wir werden mit der Hitze leben müssen. Das findet auch Garten- und Landschaftsplanerin Ilga Keßling, die das Projekt „Cool bleiben im Klimagarten“ leitet. Mit möglichst vielen Menschen aus dem Stadtteil möchte sie herausfinden, was im Garten passiert, wenn es heiß und trocken wird. Und welche Pflanzen mit der Trockenheit zurechtkommen. „Die Frage ist, wie wir unsere Gärten so gestalten können, dass sie auch in Zukunft lebendig bleiben“, sagt die Stadtteilgärtnerin.
Um das herauszufinden, entwickelt Ilga jede Menge kreativer Ideen – mit allen, die Lust haben, mitzumachen. Der Klimagarten im Ahnewehrweg eignet sich wunderbar dafür. Hier gibt es genug Platz, es gibt sonnige und schattige Plätze und hier wachsen ganz unterschiedliche Pflanzen mit verschiedenen Bedürfnissen.
Hitze und Trockenheit erforschen

Gemeinsam mit Kindern, Jugendlichen und Familien werden wir Temperaturen zu verschiedenen Zeiten messen und vergleichen, Regenmengen beobachten und Veränderungen im Garten dokumentieren. Thermometer und Regenmesser helfen dabei, die Entwicklungen sichtbar zu machen:
- Wie warm ist es unter einem Baum?
- Wie viel Regen fällt tatsächlich?
- Und was passiert mit Pflanzen, wenn es über längere Zeit heiß und trocken bleibt?


Auf den Fotos kann man gut erkennen, wie heiß es hier im Sommer tatsächlich werden kann und wie sich das auf die Natur auswirkt: 51 Grad wurden an dem heißesten Tag im Klimagarten gemessen – da ist selbst der sehr robuste Mais eingetrocknet!
In unserem Projekt geht es aber nicht nur darum, Temperaturen zu messen und zu dokumentieren, sondern vor allem darum, die Veränderungen wahrzunehmen und ganz genau hinzuschauen. Alle die mitmachen, erforschen Schritt für Schritt, welche Pflanzen gut mit Hitze und Trockenheit zurechtkommen und wie ein Pflanzbeet aussehen kann, das auch mit Hitze und Trockenheit gut klarkommt – also ein Beet, in dem Pflanzen wachsen, die auch bei hohen Temperaturen und wenig Wasser gut gedeihen. Denn die gibt es tatsächlich und vermutlich müssen wir in den nächsten Jahren mehr davon pflanzen.
Pflanzen besser versorgen
Gemeinsam beobachten wir, welche Rolle schattige Plätze oder die Beschaffenheit des Bodens spielen. Wir schauen auch, wie sich der Boden durch das Wasser verändert, und wie die verschiedenen Elemente zusammenwirken. Wie können wir die Pflanzen noch besser versorgen, wenn es mal über einen langen Zeitraum sehr trocken ist? Auch darüber müssen wir reden und vor allem müssen und wollen wir das ganz praktisch ausprobieren! Gemeinsam lässt sich eine Menge entdecken und erfinden.
Regenwasser auffangen
Wir erforschen auch, mit welchen Mitteln wir die Pflanzkästen im Klimagarten sparsam und gezielt bewässern können. Kennt ihr Ollas? Das sind Tongefäße, die man in Hochbeeten, aber auch in normalen Gartenbeeten zur Bewässerung nutzen kann. Wir „basteln“ Ollas aus Blumentöpfen und buddeln sie mit der Öffnung nach oben in die Erde. Wenn wir dann Wasser einfüllen, sickert die Erde langsam durch die Tonwände ins Beet – so werden die Wurzeln der Pflanzen länger feucht gehalten. Der Vorteil: Man muss nicht jeden Tag gießen, manche Beete brauchen nur alle drei bis fünf Tage frisches Wasser. Und natürlich nutzen wir nur Regenwasser für die Ollas!
Hier seht ihr unsere Olla-Kreationen:



Habt ihr noch weitere Ideen? Dann lasst uns dazu im Klimagarten austauschen!
Sonnige Plätze nutzen
Die Sonne ist dabei nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance: Gemeinsam erforschen wir, wie wir ihre Kraft nutzen können und was sie im Garten bewirkt. Wir beobachten, welche Bereiche besonders sonnig oder schattig sind, wie Pflanzen auf Wärme reagieren und welche Möglichkeiten es gibt, mit der Sonne zu arbeiten. Wir planen kleine Projekte, bei denen wir die Energie der Sonne sichtbar machen und ausprobieren, wie sie uns im Alltag unterstützen kann. Gleichzeitig schauen wir, wo Schatten wichtig ist und wie wir im Garten kühle Orte schaffen können.

Unser kleiner Solarbrunnen zeigt, wie Sonnenenergie direkt genutzt werden kann: Ein Solarmodul wandelt das Sonnenlicht in Energie um und bringt das Wasser in Bewegung – ganz ohne Stromanschluss.
Alles hängt zusammen
Im Klimagarten wird sichtbar, wie eng alles miteinander verbunden ist: Die Sonne bestimmt, wie warm es wird und wie Pflanzen wachsen. Der Regen versorgt den Garten mit Wasser. Pflanzen spenden Schatten, speichern Wasser und schaffen Lebensräume für Tiere. Und Tiere tragen dazu bei, dass ein Garten lebendig bleibt. Gemeinsam entdecken wir diese Zusammenhänge und überlegen, wie wir Gärten so gestalten können, dass sie auch mit den Veränderungen des Klimas gut zurechtkommen.
Angebote für Kitas und Schulklassen
Für wen ist das Projekt? Zunächst natürlich für alle Menschen in Findorff und umzu, egal, ob groß oder klein. Das Projekt richtet sich aber vor allem an Kita-Gruppen und Schulklassen – die bei uns im Garten kleine Projekte umsetzen und dabei ganz nebenbei viel lernen. Bei den gemeinsamen Aktionen können und sollen sich alle einbringen. So wird Klimaanpassung ganz praktisch erfahrbar: mitten im Garten und mit eigenen Beobachtungen. Die Erfahrungen aus dem Projekt werden gern weitergeben – an alle, die unseren grünen Orte besser auf die kommenden Herausforderungen vorbereiten möchten. Manchmal sind es einfach kleine Tipps, die vom Klimagarten auf den eigenen Balkon getragen werden.
Die Erfahrungen aus dem Projekt geben wir gern weiter an alle, die ihre grünen Orte besser auf die Herausforderungen durch Hitze und Trockenheit vorbereiten möchten.
Denn wir alle müssen lernen mit Hitze und Trockenheit umzugehen – jetzt und auf der Stelle!
Einladung zum Mitmachen
Wer Lust hat, den Klimagarten kennenzulernen und bei diesem oder bei anderen Projekten mitzumischen, kann sich gern direkt bei uns melden. Übrigens veranstalten wir jede Menge Events, im Garten, in der Klimazone oder einfach im Stadtteil. Schaut mal in unseren Veranstaltungskalender. Ihr habt Fragen? Meldet euch per E-Mail oder telefonisch/per WhatsApp unter 0421 378 435 84.

Eine der vielen Bastelaktionen im Klimagarten
Projektlaufzeit und Förderung
Das Projekt „Cool bleiben im Klimagarten“ läuft vom 1. Juni 2026 bis 31. Mai 2028. Es wird gefördert durch die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft der Freien Hansestadt Bremen, BINGO! Die Umweltlotterie sowie durch das Ortsamt Bremen-West.
Projektflyer „Cool bleiben im Klimagarten“



